Definition

Headhunting

Headhunting ist die gezielte Direktansprache von Kandidaten, die meist nicht aktiv auf Jobsuche sind – klassisch durch spezialisierte Personalberater im Auftrag des Unternehmens, zunehmend auch durch Betriebe selbst über Netzwerke wie LinkedIn. Eingesetzt wird Headhunting vor allem für Führungspositionen und schwer besetzbare Spezialistenrollen.

Wie funktioniert Headhunting?

Ein Headhunter analysiert das Anforderungsprofil, identifiziert passende Kandidaten – häufig in Anstellung bei anderen Unternehmen – und spricht sie diskret an. Es folgen Vorauswahl, Gespräche und die Begleitung bis zum Vertragsabschluss. Vergütet wird meist erfolgsbasiert oder in Etappen, üblich ist ein Honorar in Höhe eines erheblichen Anteils des Jahreszielgehalts der besetzten Position.

Wann lohnt sich Headhunting – und wann nicht?

Sinnvoll ist es für Schlüsselpositionen, bei denen der offene Markt nichts hergibt: Betriebsleitung, Produktionsleitung, seltene Spezialisten. Für Verkaufs-, Service- und Fachkräftestellen im Tagesgeschäft steht das Honorar dagegen in keinem Verhältnis – dort wirken eigene Kanäle besser: aktive Ansprache über Social Media, ein starker Arbeitgeberauftritt und ein schneller Bewerbungsprozess über die eigene Recruiting-Plattform. Elemente des Headhuntings – Direktansprache statt Warten auf Bewerbungen – lassen sich dabei durchaus in Eigenregie übernehmen.

Häufige Fragen zum Headhunting

Was kostet ein Headhunter?
Üblich sind rund 20 bis 35 Prozent des Jahreszielgehalts der Position, teils mit Vorschusskomponenten – bei Führungspositionen schnell ein fünfstelliger Betrag.

Ist das Abwerben von Mitarbeitern erlaubt?
Grundsätzlich ja – Direktansprache ist zulässig, solange keine unlauteren Mittel eingesetzt werden (etwa Verleiten zum Vertragsbruch oder systematisches Ausspannen ganzer Teams).

Headhunter oder Personalvermittlung – wo ist der Unterschied?
Personalvermittler arbeiten überwiegend mit aktiv suchenden Kandidaten aus ihrem Bestand, Headhunter sprechen gezielt Nicht-Suchende an. Die Grenzen sind in der Praxis fließend.

Verwandte Begriffe: Recruiting · Fachkräftemangel · Employer Branding